Kesting

Konstruktionssystem:

Großtafelbauweise

Kraftableitung:

Allwandtragwerk, Querwandtragwerk

Lizenzherkunft:

Deutschland

Lizenzgeber:

Gesellschaft für Fertigbautechnik mbH, Dortmund

Lizenznehmer:

Betonwerke:

Brambauer

Ort der Fertigung:

Feldfabrik
[Abb. 247] „Fügepunkt Außenwand/Decke des System Kesting“ von Rüdiger, Fynn (2025) | Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
Das System Kesting ist ein System für den Großtafelbau, welches von der Gesellschaft für Fertigbautechnik mbH, Dortmund in Deutschland entwickelt und in der Bundesrepublik von dem gleichnamigen Unternehmen angewendet wurde. Basierend auf dem System wurden vor allem mehrgeschossige Wohnungsbauten, aber auch Industrie- und Verwaltungsbauten vorgefertigt und montiert. Alle Bauvorhaben wurden mit Feldfabriken, welche innerhalb von 10 Tagen aufgebaut werden konnten, gebaut. Zum Stand von 1969 hatte die Gesellschaft für Fertigbautechnik mbH ~1400 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~1000. Rentabel war das System ab ~80 Wohneinheiten pro Bauvorhaben. Bei Gebäuden des Systems Kesting erfolgt die Kraftabtragung über die Quer- und Längswände oder nur den Querwänden, wobei die Fassade tragend ist. Die tragenden Wände sind 14 – 20 cm dick und aus B 225 Beton gefertigt. Die nichttragenden Wände sind 10 – 12 cm dick und aus Leichtbeton gefertigt. Wohnungstrennwände sind 20 cm dick und aus B 225 Beton gefertigt. Das System ist auch über die Bundesrepublik sehr relevant gewesen. Das damals sowjetische Polen wollte ihre W-70 Plattenbau Reihe verbessern und kaufte das System Kesting, worauf das “k” in der Typenbezeichnung Wk-70 zurückzuführen ist. Basierend darauf wurden in Polen mehrere Siedlungen nach diesem System gebaut.

Quellen:

[48] Berndt, Kurt. Die Montagebauarten des Wohnungsbaues in Beton / von Kurt Berndt. Bauverl., 1969.
[56] Schriftenreihe des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Versuchs- und Vergleichsbauten und Demonstrativmaßnahmen, Betonfertigteilbauten, 1974.
[60] Magdalena, Kaminska. Platte ist nicht gleich Platte, 2022.