Schokbeton

Konstruktionssystem:

Großtafelbauweise mit Mauerwerk (Fassadenverblendung und Kellerwände)

Kraftableitung:

Allwandtragwerk

Lizenzherkunft:

Niederlande

Lizenzgeber:

Nationaal Grondbezit N. V., s-Gravenhage (Niederlande)

Lizenznehmer:

Hausbau-Ratio GmbH & Co. KG, Dortmund-Brackel

Betonwerke:

Dortmund-Brackel

Ort der Fertigung:

Stationäre Fabrik
[Abb. 310] „Fügepunkt Außenwand/Decke des System Schokbeton“ von Rüdiger, Fynn (2025) | Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
Das System Schokbeton ist ein System für den Großtafelbau, welches von Nationaal Grondbezit N.V., s-Gravenhage in den Niederlanden entwickelt und in der Bundesrepublik von den Lizenznehmern Hausbau-Ratio GmbH & Co. KG, Dortmund erworben wurde. Basierend auf dem System wurden im Umkreis von ~300 km von den Betonwerken zweigeschossige Reihenhäuser vorgefertigt und montiert. Dabei wurden alle Bauteile in einer stationären Fabrik produziert. Zum Stand von 1969 hatte die Hausbau-Ratio GmbH & Co. KG ~1050 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~300. Rentabel war das System ab ~200 Wohneinheiten pro Bauvorhaben. Bei Gebäuden des Systems Schokbeton erfolgt die Kraftabtragung über die Quer- und Längswände, wobei die Fassade tragend ist. Die tragenden Wände sind 14 cm dick und aus B 160 Bimsbeton gefertigt. Die nichttragenden Wände sind 10 cm dick und aus B 160 Bimsbeton gefertigt. Wohnungstrennwände sind 32 cm dick und aus B 160 Bimsbeton gefertigt. Eine Besonderheit des Schokbeton Systems ist, dass nach der Montage der Großtafeln, diese mit einer Fassadenverblendung aus Mauerwerk umschlossen werden.

Quellen:

[48] Berndt, Kurt. Die Montagebauarten des Wohnungsbaues in Beton / von Kurt Berndt. Bauverl., 1969.
[52] R. Autenrieth, Montagebauweisen im mehrgeschossigen Wohnungsbau, 1964.
[59] Dr. H. Priemis, J. van Elk, niet-traditionele woningbouwmethoden in nederland, 1971.