Lenz-Seibert

Konstruktionssystem:

Großtafelbauweise

Kraftableitung:

Allwandtragwerk

Lizenzherkunft:

Deutschland

Lizenzgeber:

Architekt Josef Seibert, München

Lizenznehmer:

Lenz & CO., Süddeutsche Baugesellschaft mbH, München; Rhein-Ruhr-Bau Ag, Düsseldorf; Bauwerksstätten, Wohn- und Industriebauges. mbH, Leverkusen; Aisslinger OHG, Aalen/Württ

Betonwerke:

München, Düsseldorf, Leverkusen, Aalen

Ort der Fertigung:

Stationäre Fabrik, Feldfabrik
[Abb. 287] „Fügepunkt Außenwand/Decke des System Lenz-Seibert“ von Rüdiger, Fynn (2025) | Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
Das System Lenz-Seibert ist ein System für den Großtafelbau, welches von dem Architekt Josef Seibert, München in Deutschland entwickelt und in der Bundesrepublik von den Lizenznehmern Lenz & Co., Süddeutsche Baugesellschaft mbH, München; Rhein-Ruhr-Bau AG, Düsseldorf; Bauwerkstätten, Wohn- und Industriebauges. mbH, Leverkusen; Aisslinger OHG, Aalen/Württ.; Universale Hoch- und Tiefbau AG, Wien; Hilti & Weh, Feldkirch/Vorarlberg; Montagebau Rapatz-Friedl, Klagenfurt; erworben wurde. Basierend auf dem System wurden im Umkreis von ~100 km von den Betonwerken alle Wohntypen von Einfamilien- bis zu Hochhäusern vorgefertigt und montiert. Dabei wurden die Bauteile entweder in einer stationären Fabrik oder in einer Feldfabrik auf der Baustelle produziert. Zum Stand von 1969 wurden insgesamt ~5000 Wohneinheiten mit diesem System fertiggestellt. Die Werke hatten eine jährliche Kapazität von ~250 – 500 Wohneinheiten. Rentabel war das System ab ~50 Wohneinheiten pro Bauvorhaben. Bei Gebäuden des Systems Lenz-Seibert erfolgt die Kraftabtragung entweder über die Quer- und Längswände, wobei die Fassade tragend ist. Die tragenden Wände sind 28 cm dick und aus Leichtbeton gefertigt. Die nichttragenden Wände sind 14 cm dick und aus Leichtbeton gefertigt. Wohnungstrennwände sind 28 cm dick und aus Leichtbeton gefertigt.

Quellen:

[48] Berndt, Kurt. Die Montagebauarten des Wohnungsbaues in Beton / von Kurt Berndt. Bauverl., 1969.