Larsen & Nielsen

Konstruktionssystem:

Großtafelbauweise

Kraftableitung:

Querwandtragwerk

Lizenzherkunft:

Dänemark

Lizenzgeber:

Larsen & Nielsen Constructor A/S, Kopenhagen [1]

Lizenznehmer:

Paul Hammers AG., Hamburg; Betonfertigbau Nord GmbH & CO. KG, Trappenkamp; Betonfertigbau West, Paul Hammers u. Josef Krahwinkel GmbH KG, Grevenbroich; Betonwerk Hessen GmbH, KG, Kassel; Betonwerk Heimsheim GmbH & CO. KG, Heimsheim; Elmobau GmbH & CO. KG, Berlin

Betonwerke:

Hamburg, Trappenkamp, Grevenbroich, Kassel-Nordshause, Dietzenbach, Heimsheim, Berlin

Ort der Fertigung:

Stationäre Fabrik
[Abb. 276] „Fügepunkt Außenwand/Decke des System Larsen & Nielsen“ von Rüdiger, Fynn (2025) | Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
Das System Larsen & Nielsen ist ein System für den Großtafelbau, welches von Larsen & Nielsen Constuctor A/S, Kopenhagen in Dänemark entwickelt und in der Bundesrepublik von den Lizenznehmern Paul Hammers AG, Hamburg; Betonfertigbau Nord GmbH & Co. KG, Trappenkamp; Betonfertigbau West, Paul Hammers u. Josef Krahwinkel GmbH KG, Grevenbroich; Betonwerk Hessen GmbH, KG, Kassel; Betonwerk Heimsheim GmbH & CO. KG, Heimsheim und Elmobau GmbH & CO. KG, Berlin erworben wurde. Basierend auf dem System wurden im Umkreis von ~50 km im Stadtbereich und ~150 km außerstädtisch von den Betonwerken 2- bis 16 geschossige Bauten vorgefertigt und montiert. Dabei wurden alle Bauteile in einer stationären Fabrik produziert. Zum Stand von 1969 hatte die Firma Paul Hammers AG ~9000 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~1400, Betonfertigbau Nord hatte ~2500 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~600, Betonfertigbau West hatte ~1000 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~1000, Betonwerk Hessen hatte ~2700 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~700, das Betonwerk Heimsheim hatte ~900 fertiggestellt Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~700, Elmobau Berlin hatte ~800 fertiggestellte Wohneinheiten und eine jährliche Kapazität von ~1000. Rentabel war das System ab ~200 Wohneinheiten pro Bauvorhaben. Bei Gebäuden des Systems Larsen & Nielsen erfolgt die Kraftabtragung über die Querwände, wobei die Fassade nicht tragend ist. Die tragenden Wände sind 16 cm dick und aus B 300 Beton gefertigt. Die nichttragenden Wände sind 7 cm dick und aus B 300 Beton gefertigt. Wohnungstrennwände sind 18 cm dick und aus B 225 oder B 300 Beton gefertigt. Das System Larsen & Nielsen zählte zu den Vorreitern des Großtafelbaus und war eines der am weitesten verbreiteten Systeme in der Bundesrepublik. Das erste Gebäude der Bundesrepublik, welches im industriellen Großtafelbau errichtet wurde, stammt von Larsen & Nielsen und steht in Hamburg.

Quellen:

[48] Berndt, Kurt. Die Montagebauarten des Wohnungsbaues in Beton / von Kurt Berndt. Bauverl., 1969.
[49] W. Schüle, R. Jenisch, H. Lutz, Bauphysikalische Untersuchungen an Großtafelbauten aus Beton und Stahlbeton, 1969.
[50] W. Triebel, G. Achterberg, K. H. Hampe, E. Janik, Rationelles Bauen mit Fertigteilen, 1968.
[51] R. Halász, G. Tantow, Großtafelbauten – Konstruktion und Berechnung, 1966.
[52] R. Autenrieth, Montagebauweisen im mehrgeschossigen Wohnungsbau, 1964.
[54] R. Halász, G. Tantow, Ausbildung der Fugen im Großtafelbau, 1964.
[56] Schriftenreihe des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Versuchs- und Vergleichsbauten und Demonstrativmaßnahmen, Betonfertigteilbauten, 1974.