Plattenbaugebiete stehen vor vielfältigen Herausforderungen, die im Zuge zukünftiger Transformationsprozesse differenziert zu berücksichtigen sind. Zugleich eröffnen diese Problemlagen ein breites Spektrum potenzieller Lösungsansätze. Um entsprechende Strategien zu entwickeln, wurde ein tentativer Zugang gewählt, der auf der Untersuchung mehrerer kleiner Stegreifentwürfe basiert. Ziel war es, relevante Problemfelder und Herausforderungen systematisch zu identifizieren und uns mit ersten Vorschlägen bestimmten Problemen zu nähern. Die analysierten Probleme sind dabei nicht zwingend durch das Konstruktionssystem bedingt und können auch ortsspezifischer Natur sein.
Der festgestellte Handlungsbedarf erstreckt sich über sämtliche Maßstabsebenen: vom architektonischen Detail bis hin zur städtebaulichen Struktur. In diesem Zusammenhang wurden sowohl einzelne Bauelemente, wie etwa Türen oder Brand- bzw. „Weiterbauwände“, als auch übergeordnete Aspekte wie Erschließungssysteme und Verkehrsflächen untersucht.
Im Anschluss an die Bearbeitung der Stegreifentwürfe wurde jeweils ein Thema vertiefend weiterbearbeitet. Diese Themen fungierten jedoch primär als Ausgangspunkte und wurden im Verlauf des weiteren Entwurfsprozesses kontinuierlich reflektiert, weiterentwickelt oder modifiziert. Infolgedessen ist das initiale Thema im Endergebnis nicht zwangsläufig unmittelbar ablesbar, kann jedoch in transformierter Form weiterhin wirksam sein.
Die Plattensiedlungen bieten großes Potential zur Nachverdichtung. Dadurch kann gleichzeitig die ungenutzte Dachebene als zweite Erdgeschosszone aktiviert werden.
Die Kombination des Städtebaus und der seriellen Gebäude erzeugt eine unnschlüssige Erschießung. Durch punktuelle Eingriffe wird dies korrigiert und die Eingänge zum Hof hin orientiert.
von Ferdinand Feldkamp
Ausgangspunkt der Strategie ist die notwendige Demontage der Fassadenplatten, die genutzt wird, um Lastreserven zu aktivieren und durch die Aufstockung zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Neue, intensiv begrünte Terrassen erweitern die Wohnungen nach außen, verbessern das Mikroklima und strukturieren gemeinsam mit einer neu geordneten Erschließung die Beziehung zwischen privaten und gemeinschaftlichen Freiräumen.
von Fynn Rüdiger
Wie beinahe alle Siedlungen der 1960er und 1970er Jahre wurde auch Düsseldorf-Garath nach den Prinzipien der autogerechten Stadt geplant und die Räume zwischen den Gebäuden quasi vollständig den Autos überlassen. Der Entwurf „Transformer” sieht deshalb an zentraler Stelle ein Parkhaus vor, das die Parkplätze innerhalb der Siedlung ersetzt und den Bewohner*innen den Außenraum zurückgibt.
von Jan Günther
Ausgangspunkt dieses Transformationsvorschlags ist das Badezimmer, das im Prozess als reiner Raum in den Hintergrund tritt und Fragen nach Wasser, Gemeinschaft, Verantwortung, Älterwerden und Barrierefreiheit aufwirft. Gestalterisch wird dabei dem technoide Aspekt hinter dem Umgang mit dem Regenwasser Ausdruck verliehen.
von Finn Eicke
Die Siedlungsstruktur des Schlossviertels in Düsseldorf-Garath zeigt typische Defizite des Wohnungsbaus der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere hinsichtlich Wohnungsgrößen und Barrierefreiheit. Vor dem Hintergrund eines steigenden Bedarfs an familiengerechten und barrierefreien Wohnformen setzt der Vorschlag auf eine eigenständige Aufstockungsstrategie, um zusätzlichen Wohn- und Außenraum zu schaffen, ohne die bestehende Struktur grundlegend zu verändern.
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